Mr. Speiches MONOKEL Blues Band: Live im Kesselhaus, Okt. 2011

Monokel

DVD
Live im Kesselhaus, Okt. 2011

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VÖ 01.05.2012


Monokel

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Live im Kesselhaus, Okt. 2011


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Beschreibung

Mr. Speiches MONOKEL Blues Band: Live im Kesselhaus, Okt. 2011

Im Juni 2012 erscheint die zweite Live-DVD von Mr. Speiche's Monokel Blues Band, die den Auftritt anlässlich des 35. Bandjubiläums und des 65. Geburtstages Jörg "Speiche" Schützes vom 27. Oktober 2011 im Berliner Kesselhaus filmisch einfängt.

Michael Rauhut, Musikwissenschaftler und Freund der Band, erinnert sich an die frühen Tage....

DER ERSTE SCHREI - ZUM 35. GEBURTSTAG DER OSTDEUTSCHEN BLUESROCK-INSTITUTION MONOKEL

Die Musik habe ich nur noch dunkel im Ohr. Wahrscheinlich coverte die Band, die nach eigenem Bekunden den Blues mit dem Dampfhammer spielte, Canned Heat und die Allman Brothers und zog Szenehits wie "Das Lumpenlied" oder "Bye bye, Lübben City" aus den Saiten. Sägende Gitarren, ein Alphatier am Mikrofon, und Speiche riss den stoischen Bass. Mehr gibt die Erinnerung nicht her, das Tape ist gelöscht. Aber das Gefühl der Euphorie, das mich übermannte, werde ich nie vergessen. Damals, an jenem Sonntag im Jahr 1981. Monokel feierten ihren fünften Geburtstag - deftig, bierselig, laut. Weil ihnen die Hüter von Anstand und guter Sitte auf den Fersen waren, zogen sie sich in die dörfliche Diaspora zurück. Nach Werben, einer 1500-Seelen-Gemeinde, unweit von Cottbus. Die Legende besagt, dass sich in den rustikalen Dorfsaal, der mit polizeilichem Segen exakt 423 Personen fassen durfte, weit über tausend Freaks zwängten. Es war chaotisch und doch genial, der totale Kontrast zum Mief aus Schrankwand und sozialistischer Brigade. An diesem Tag wurde der Schalter umgelegt, bog meine Biografie in die entscheidende Richtung. Wer weiß, wie sich die Dinge sonst entwickelt hätten... Monokel waren ein Fixstern für die Jeans-und-Parka-Fraktion, die Tramper, Langhaarigen, Unangepassten. Ihre Bühne besaß keinen Backstage-Bereich, man konnte mit ihnen am Tresen die Welt neu sortieren. Die Horizonte ähnelten sich, nur verfügten die Musiker über die magischen Medien einer zusammenschweißenden, tief unter die Haut gehenden Kommunikation. Wenn sie die Verstärker einschalteten, spürte das Publikum den Befreiungsschlag. Dann flossen gewaltige Energieströme, die keiner messen konnte. Monokel-Konzerte waren mehr als die Summe aus Show, Sound und Rhythmus - sie waren ein Appell ans Leben. Klingt pathetisch, ist aber wahr. Ihre Songs waren rau und zärtlich zugleich, sie träumten vom Fliegen, sangen über zerschossene Lebern und zogen dem Spießer die Hosen runter. Manchmal torkelten wir die nächtliche Straße entlang und grölten: "Ich schrei, weil ich lebe!" Besser konnte man es nicht in Worte fassen. Als die Mauer fiel, brachen turbulente Zeiten an. Musiker kamen und gingen, es wurde um Geld und Namensrechte gestritten. Heute existieren zwei Versionen von Monokel, die jeweils auf ihre Art die Fahne hochhalten. Der Fan sieht den Split mit gemischten Gefühlen. Er geht zu beiden Bands und holt sich aus jeder Variante das Seine heraus, hat aber auch die Illusion der großen Familie begraben. Viele halten Speiche für die Inkarnation der Monokelschen Idee: ein Fels in der Brandung, stolz und doch weich, zu warmer Weisheit gereift; der schöne Mann, der auch mit 65 Jahren noch eine amtliche Matte trägt. Vielleicht sind das lediglich Projektionen. Doch glücklich, wer zu ihnen fähig ist. Denn wo andere nur graues Haar und feiste Gitarren erkennen, sieht er, der Eingeweihte, den Kern. Er ist in gewisser Weise privilegiert, weil mit dem Resonanzboden für einen Klangkosmos ausgestattet, der dem Rest verschlossen bleibt. Am 27. Oktober 2011 bitten Speiche, Zuppe & Co. zur doppelten Geburtstagsparty. Es wird hoffentlich ein rauschendes Fest, mit vielen Gästen, Gänsehaut, einem guten Blick zurück - und nach vorn. Wir sehen uns in der Kulturbrauerei! Michael Rauhut

Die DVD ist eine Gemeinschaftsproduktion von armadaFILM und Mr. Speiche`s Monokel Blues Band.

Mr. Speiche's Monokel Blues Band: Jörg "Speiche" Schütze - bass guitar, Heinz Glass - guitar, voc, Jürgen "Jay" Bailey - guitar, voc, Bernd "Zuppe" Buchholz - voc, harp, Olli Becker - drums

Gäste: Wolfram "Boddi" Bodag - keys, Tina Powileit - dr, perc, Wille Borchert - guitar, Pad Schneider - guitar, Sören Birke - harp, jew's harp, Reinhard Schmid - sax, Hans die Geige - violin

Albers Anders: Bernd "Zuppe" Buchholz - voc, Wille Borchert - guitar, Wolfram "Boddi" Bodag - keys, Reinhard Schmid - acc, Marcus Schloussen - bass, Olli Becker - drums, Hans die Geige - violin

Altgold: Maria Schildt - voc, Florian Meyer - keys, Wille Borchert - guitar, Marcus Schloussen - bass, Olli Becker - drums

Star-Guests: Achim Mentzel - voc, Henrik Freischlader - voc, guitar

  Tracklist/mehr Details

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Tracklist/mehr Details

  1. Der Kindertraum
  2. Bye Bye Lübbenity
  3. Amboss Oder Hammer
  4. Boogie Mobil
  5. Das Landei
  6. Oma Krüger
  7. Schwarze Marie
  8. Der Schreier
  9. Tell Me
  10. You Talk Too Much
  11. Lucille
  12. He Tonight
  13. Twist And Shout
  14. Das Letzte Hemd (Albers Anders)
  15. Come Together (Altgold)
  16. Molina (Altgold)
  17. Call Me The Breeze
  18. Foxy Lady
  19. Fool For Your Stockings
  20. T For Texas
  21. Das Lumpenlied
  22. Das Monster Vom Schilkinsee
  23. Wie Die Grossen
  24. It's All Over Now
  25. Pickin' Willi
  26. Boom Boom (Out Go The Lights)
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